Home / Business / 2. Montag: Leben im Katastrophenfall von Corona

2. Montag: Leben im Katastrophenfall von Corona

Posted on

Montag, 23.03.2020 – der 2. Montag im Katastrophenfall Bayerns während Corona

Über Wertschätzung, Grundeinkommen und HSP

Während ich höre, dass die Nachbarin in ihr Auto steigt, um zur Arbeit zu fahren – sie verkauft Blumen, Obst und Gemüse – habe ich mich letzten Montag arbeitslos gemeldet. Was macht das mit mir, frage ich mich?

Ich, die ich freiberuflich selbständig war – oder bin ich es noch? – habe mich gefreut wie ein Schneekönig, dass ich endlich – seit 2016 ein unabhängiges Leben führen kann. Ich habe super verdient und brauchte mir trotz Teilzeitarbeit kein Sorgen machen.

Gestern habe ich noch den Sonntag und die himmlische Ruhe genossen. Keine Autos, keine Motorräder, einfach nur Sonnenschein und Ruhe. Doch heute? Viele Autos sind wieder unterwegs. Ich stehe in meiner Küche, backe Buchweizenfladen mit frischem Bärlauch und denke so: wie viele Menschen fahren täglich in eine Arbeit, die zur Grundversorgung der Bevölkerung gehört?

Sofort geht mir durch den Kopf: jetzt wäre es endlich an der Zeit, dass unsere Gesellschaft versteht was Verkäufer, Bäcker, Krankenschwestern, Bauern und Pflegepersonal für die Gesellschaft leisten. Ganz viele hochbezahlte Kopf-Arbeiter sind – so wie ich, entweder bereits in Kurzarbeit oder im Homeoffice. Keiner von ihnen weiß wie lange er sein Einkommen noch beziehen und arbeiten können wird. Ist das gerecht? Nein, das ist es nicht. Aber es wäre so schön, wenn es endlich ausgeglichen würde!

Die Höhe des Gehaltes sollte nicht länger davon bestimmt werden, wie viel geistige Arbeit jemand leistet! Es sollte anerkannt werden, wie viel jemand zum Funktionieren der Gesellschaft beiträgt. Und das kann auf unterschiedlichsten Ebenen der Fall sein. Pflegekräfte sind enorm wichtig, doch Verkäufer, Bauern und Handwerker ebenfalls. Oder will irgendwer ohne Kartoffeln in einem Haus mit kaputten Fenstern frieren? Selbstverständlich sind inzwischen auch Software-Entwickler und -Tester wichtig. Denn wir sind umgeben von Software und wollen sie fehlerfrei nutzen. Doch warum soll ein SW-Entwickler mehr verdienen als ein Bauer?

Warum ich so denke, obwohl ich doch selbst von der Situation voll betroffen bin? Nun, gestern habe ich begonnen das Buch »zart besaitet« von Georg Parlow zu lesen. Ja, seit knapp zwei Jahren weiß ich, dass ich zu den 20% unserer Bevölkerung gehöre, die HSPler:innen (high sensitive persons) sind. Ein hoher ethischer Anspruch gepaart mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, sind nach Parlow ein typisches Merkmal für HSPler:innen. So bin ich schon immer, und jetzt verstehe ich endlich, warum mir diese Themen so wichtig sind.

#newtraining #wertschätzung #grundeinkommen #mutterderwertschätzung #hsp #equalpay #jederistbesonders #jederistwichtig

Top