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»Was tun, wenn Kollegen gekündigt wird?« oder »Wenn der Kollege gehen muss«

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Kein einziger Kollege trägt die Verantwortung dafür, dass einem anderen Kollegen gekündigt wurde! Der, dem gekündigt wurde, ist KEIN OPFER! Auch wenn eine sechsmonatige Sperre beim Arbeitsamt den Mitarbeitern, die selbst kündigen, immer noch suggeriert, dass sie bestraft werden müssen, weil sie ihren Brötchengeber verlassen haben.

Aus einer vollkommen falschen Perspektive sind die Zeitungsartikel mit den Überschriften »Was tun, wenn Kollegen gekündigt wird?« oder »Wenn der Kollege gehen muss« geschrieben! Denn die Verantwortung für eine Kündigung tragen nicht die Kollegen. Schuldzuweisungen und Schuldgefühle sind weder hilfreich noch zielführend. Die Verantwortung für eine Kündigung und einen guten Umgang damit, trägt immer der, der die Kündigung ausspricht.

Spricht der Arbeitgeber eine betriebsbedingte Kündigung aus, dann ist es seine Verantwortung dem Mitarbeiter möglichst fair und gut zu erklären, warum er das tun muss. Bei einer verhaltensbedingten Kündigung – wie es in diesem Artikel formuliert wird – geht üblicherweise eine lange Geschichte voraus. Da gab es Vorgespräche, vielleicht auch eine Abmahnung und somit sollte eine Kündigung, die mit dem Verhalten des Mitarbeiters begründet wird, keine Überraschung für den Mitarbeiter sein.

Schreibt der Mitarbeiter eine Kündigung, dann ist es ebenfalls seine Verantwortung, seinen Kollegen zu erklären, warum er geht. Kein Mitarbeiter, der mit seinen Kollegen ein gutes Verhältnis hat und in Kontakt bleiben möchte, wird sich einen Arzt suchen, der ihn vom Dienst befreit. Anders ist die Situation natürlich, wenn unter den Kollegen ohnehin eine angespannte Stimmung herrscht oder gar gemobbt wird. Dann wird ein Mitarbeiter, der selbst gekündigt hat, verständlicherweise versuchen so schnell wie möglich das belastende Umfeld zu verlassen.

Es gibt sogar Mitarbeiter, die eine Führungsposition innehaben und ihre Stelle kündigen oder die Abteilung wechseln. Wenn es eine gute Führungskraft ist, wird sie bis zum letzten Tag bleiben und ihren Mitarbeitern, wie auch den Kollegen und ihren Chefs Rede und Antwort stehen.

Am Abschiedstag zeigt sich in der Regel, wie offen und fair der Umgang miteinander in den letzten Wochen war. Ein Mitarbeiter und Kollege, der geschätzt wird, wird diese Wertschätzung erfahren, indem ihm Abschiedsgeschenke und vielleicht auch Abschiedsreden dargebracht werden. Für einen Kollegen, der nicht geschätzt wird, hilft auch die Empfehlung von Swen Heidenreich für einen warmherzigen Abschied nicht. Denn dieser wird nicht stattfinden.

Wer hat schon selbst gekündigt oder von sich aus die Abteilung gewechselt?

Schreib mir Deine Geschichte! Es interessiert mich wirklich!

 

Quellenangaben der Artikel, die mich zu diesem Text inspiriert haben:

  • »Was tun, wenn Kollegen gekündigt wird?« Handelsblatt vom 13.01.2020 04:54 Uhr (Quelle: dpa)
  • »Wenn der Kollege gehen muss« Nordbayerische Nachrichten vom 01.02.2020 (Quelle: dpa)
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