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Rampensau mit Empathie gesucht

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Foto: Marco LiebigFoto: Marco Liebig

Am 09.05.2019 besuchte ich die Jahreshauptversammlung des Vereins FaU – Frauen als Unternehmerinnen. Obwohl ich erst seit drei Monaten dabei bin, hatte ich mich im Vorfeld bereit erklärt als Schatzmeisterin zu kandidieren.

Mit gespannter Vorfreude bereitete ich mich auf die Versammlung vor. NEWtraining vorstellen, das mache ich gerne, das soll professionell wirken, das soll gut ankommen. Also hatte ich mir den Tag freigehalten, um meine Rede vorzubereiten. 1-2 Minuten – mehr stand mir sicher nicht zur Verfügung. Zum Glück fiel mir meine Ausbildung zum Next Generation Entrepreneur bei Success Factor Modeling ein. Dort habe ich den Elevator Pitch gelernt. Auf den Punkt und das in einer Minute! Es ist möglich, Du kannst das, dachte ich mir. Also begann ich, schrieb auf, probte – ohhh – 6 Minuten. Das musste kürzer werden. Zweiter Versuch. Immer noch 4 Minuten. Ich verdrehte die Augen. Dann blitzte die Idee auf: in zwei Teile aufteilen. Zuerst werde ich mich konventionell für den Posten der Schatzmeisterin vorstellen. Dann verpacke ich die Präsentation von NEWtraining in ein Geschenk. Ja, das ist es! Präsente überreichen geht viel einfacher als Werbung zu machen. Die Teilnehmerinnen sollen die Wortdusche persönlich erleben dürfen. Das fühlt sich gut an! Damit bin ich zufrieden.

Frohen Mutes fuhr ich zur Versammlung. Die beiden Vorstandsfrauen Angelica Ruhl-Schneider und Susanne Neidhardt waren perfekt vorbereitet und führten toll durch die Sitzung. Vor der Neuwahl des Vorstands stellten sich Angelica und Susanne souverän vor. Dann war ich an der Reihe. Ich erhob mich vom Stuhl und mein Gehirn war leergefegt. Mir wurde heiß und kalt zugleich. Wie froh war ich das Klemmbrett mit den Stichpunkten vor mir zu haben. Doch die Schrift war zu klein. Im Stehen konnte ich nichts lesen. Also musste ich das Klemmbrett in die Hand nehmen. Nachdem ich erzählt hatte, dass ich Teamleiterin über ein 20-köpfiges Team gewesen war, fiel mir auf wie sehr das Klemmbrett in meinen Händen zitterte. Es ist erstaunlich, was ich alles denken kann, obwohl ich reden soll. Es schoss mir durch den Kopf: „Meine Güte! Was macht das für einen miserablen Eindruck?! Ich weiß genau, dass diese Aufregung bedeutet, ihr seid mir wichtig. Denn von Eurem Urteil hängt mein Erfolg und somit der Erfolg von NEWtraining ab. Genießen sollte ich es, dass ich im Mittelpunkt stehe.“ Geredet habe ich darüber, was mich an FaU begeistert hat. „Meine herzliche Aufnahme, der neidfreie Umgang miteinander, die offene Kommunikation. Ich sehe hier einen Zusammenschluss Gleichgesinnter, statt Verteidiger von Machtpositionen. IHR seid FaU!!! Ihr habt eine tolle Homepage, super Vorträge und geniale Veranstaltungen. Das will ich unterstützen!“

In meiner Erziehung habe ich gelernt Emotionen in stressigen Situationen zu ignorieren und zu unterdrücken. „Gefühle zeigt man nicht.“ höre ich meine Mutter heute noch mit mahnender Stimme. Das Klemmbrett in meinen Händen interessierte das nicht. Es zitterte immer noch. Einen Teil meiner Rede zur Schatzmeisterin vergaß ich völlig. So kam ich schneller bei der Präsentation meines Geschenkes an.

Ich durfte alle Anwesenden bitten ihre Augen zu schließen. Die Wortdusche hatte ich in großer Schrift ausgedruckt vor mir liegen. Meine Stimme wurde fest und tief. Alle Aufregung war wie weggewischt. Keiner schaute mich mehr an. Mit ruhiger Stimme trug ich die Wortdusche dreimal hintereinander vor. Dann klafft eine Erinnerungslücke. Ich saß schweißgebadet auf meinem Stuhl und enthielt mich bei der Abstimmung. Bleibt zu hoffen, dass ich meine Vision wenigstens noch mit der Frage transportierte: „Wie würde sich das Miteinander im Betrieb entwickeln, wenn die Wortdusche regelmäßig auf allen Hierarchieebenen zum Einsatz käme?

Was lerne ich aus dieser Erfahrung? Welche Lösungen stehen mir zur Verfügung?

  • Übe vor fremden Personen aufzutreten – so oft wie möglich. Denn nur Übung macht den Meister.
Kannst Du das?
  • Sprich Gefühle offen an. Insbesondere, wenn zitternde Hände die Anspannung schon zeigen.
Ist Dir das möglich?
  • Recherchiere Lampenfieber. Gehören BlackOut und zitternde Hände zu der Angst vor dem Auftritt dazu?
Ist das wichtig für Dich?
  • Suche Rampensau, die empathisch ist und mit Begeisterung auf der Bühne steht.
Ist das wünschenswert für Dich?
  • Entdecke die Rampensau in Dir, die es genießt die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Hast Du das verdient?
  • Was empfehlt Ihr mir? Gibt es andere Lösungen?
Schreibt mir! Bringt mich auf neue Ideen!

 

P.S.: Zur Schatzmeisterin wurde ich gewählt. Ich freue mich darauf den Verein besser kennenzulernen und mein Wissen einzubringen. Die Vereinsmitglieder organisieren eigenhändig die Unternehmerinnen Messe Franken und mit NEWtraining bin ich als Ausstellerin dabei!

 

 

 

 

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