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Kennen Sie den Fokus Ihrer MitarbeiterInnen?

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Der Tod eines lieben Menschen hatte mich etwas aus der Fassung gebracht. Ich unternahm eine Radtour und dokumentierte hinterher meine Erkenntnisse folgendermaßen:

Während einer morgendlichen Radtour habe ich heute diese Schätze entdeckt. Der Fokus richtet sich dorthin, wo der Mindset ist. Ich war sehr traurig über den Verlust eines lieben Menschen. Zuerst die Rosen – schöne voll erblühte direkt neben verwelkten. Dann lagen die Pferdeäpfel auf dem Weg. Essen möchte ich sie nicht 😉, aber der Schmetterling ist wunderschön und labt sich daran.
Natur wertet nicht! Natur ist einfach!

Danach kam mir der Gedanke, dass ich diese Situation mehrfach als Teamleiterin erlebt habe. Natürlich haben alle KollegInnen ein soziales Umfeld, in dem sie sich aufhalten, wenn sie nicht arbeiten. Das ist jeder Führungskraft klar. Es ist auch klar, dass jeder Mensch anders damit umgeht, wenn im privaten Umfeld Probleme auftreten, die emotional belastend wirken. Die einen stürzen sich in die Arbeit und machen Überstunden, weil sie am liebsten nicht nach Hause wollen. Die anderen kommen zur Arbeit und sind mit dem Kopf nicht im Büro. Man sieht ihnen förmlich an, dass sie geistesabwesend und mechanisch ihre Arbeit erledigen.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team entsteht, wenn die Führungskraft solche Situationen erkennt und mit Fingerspitzengefühl anspricht. Natürlich gehen private Probleme der MitarbeiterInnen einen Vorgesetzten nichts an. Er darf nicht insistieren und darauf bestehen die Hintergründe eines veränderten Verhaltens zu erfahren! Auf gar keinen Fall sollte der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin im Beisein der KollegInnen angesprochen werden. Auch sollte der Vorgesetzte keine Vermutungen in den Raum stellen.

Da hilft uns das Vorbild Natur. Nicht bewerten. Einfach sein. Nehmen wir den Menschen bei Seite und stellen unter vier Augen(!) ohne Bewertung einfach fest: „Du siehst heute unkonzentriert aus. Geht es Dir gut?“ oder „Du verbreitest heute Hektik. Was ist los?“ Dann bekommen wir meist von unseren MitarbeiterInnen eine ehrliche Antwort, manchmal sogar gepaart mit einer Bitte, wie wir ihnen helfen können. In meinem Team durfte ich erleben, dass sich die Situation einmal sogar umkehrte und die KollegInnen mich fragten: „Du siehst heute nicht gut aus. Können wir etwas für Dich tun?“

Wir alle sind nur Menschen! Wir alle haben unsere Fehler und Schwächen. Genau diese sind es, die uns wertvoll machen. Wären wir Übermenschen, würde sich keiner trauen, uns Hilfe anzubieten!

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